Tollarp - Sölvesborg (56 km)

Heute mein Rad den Kettenschutz abgeschmissen, der hat allerdings auch schon viele Stürze mitmachen müssen. Zunächst habe ich ihn noch mitgenommen, aber dann habe ich mich entschieden, in Berlin halt einen neuen zu kaufen.

Wir habe uns heute Zeit genommen, Kristianstad anzusehen. Es hat sich gelohnt. Zunächst sind wir am Theater vorbeigefahren, dort waren gerade junge Leute versammelt, die Verpflegung bekamen. Gut hätte ich auch genommen, aber wir haben uns entschieden, irgendwo einen Kaffee zu trinken. Also sind wir weiter durch die Stadt gefahren.

           
Als wir am Museumscafé vorbeikamen, war genau Öffnungszeit. Die Museumsmitarbeiter waren super nett, wir konnten unsere Räder im sicheren Gartenteil abstellen. Im Museumshof haben wir in sehr schöner Atmosphäre eine Kaffee getrunken und uns dann noch die Ausstellung angesehen.  

Die Kunstausstellung war nicht ganz so unser Geschmack, aber das muss ja auch nicht sein. Aber auch die Dauerausstellung hat sich uns nicht erschlossen. Es waren zwar sehr schöne Räume, aber warum neben einem ausgestopften Wolf ein Paar Damenschuhe ausgestellt sind, hat uns dann doch ins Grübbeln gebracht. Was es der Wolff von Rotkäppchen und von der Großmutter sind nur die Schuhe übrig geblieben? 

Die Räumlichkeiten waren auf jeden Fall sehr schön und für uns war es eine gelungene Abwechslung.

Die Kirche war gewaltig. Wir sind einmal um sie herum gefahren und haben dann unseren Weg nach Sölvesborg fortgesetzt. 

12 Kilometer vor unserem Tagesziel haben wir eine Kirche gefunden, die offen war. Bisher waren in Schweden immer alle Kirchen verschlossen, an denen wir vorbeigekommen sind. Ich bin als erste gegangen und wurde gleich freundlich empfangen und zum Kaffee eingeladen. Es war eine Freikirche und im Vorraum war eine Kaffeetafel gedeckt. Ich habe noch Thomas geholt und auch er wurde liebevoll mit Kuchen und Keksen gefüttert. 

Die Frauenrunde war äußert sympathisch und jede hat uns etwas über die Geschichte der Kirche erzählt.

Eine Besonderheit waren die kleinen Raten aus Stoff. Von einer wurde man gleich an der Tür empfangen.

In der Kirche waren überall die kleinen Raten angebracht. Die Frauen erklärten uns, dass sie kleinen Raten für die Kinder angebracht haben. Die sind sehr weich und man kann sie gut knautschen. Ich fand die Idee ganz gut, so können die kleinen auch die Zeit überbrücken, indem sie die Raten kuscheln. 

Unsere Unterkunft war sehr gut, sie wurde geführt von einem sehr sympathischen Mann, der ein wenig so wirkte, als sei er von einem Rockfestival übrig geblieben. Er war sehr aufgeschlossen und wirklich auch an den Menschen interessiert, die bei ihm eine Übernachtung gesucht haben. Es hat auch nicht lange gedauert, dann hat der vorhergesagte leichte Regen eingesetzt. Der war eine Mischung aus starkem Gewitter und Hagelschauer. Vor der Tür hat sich in Kürze ein kleiner Fluss gebildet und unten am Bahnhof hat es mal eben die Steine rund um den Gulli rausgespült. Wenn das der leichte Regen war, möchten wir hier keinen starken erleben.

Nach dem Regen sind wir noch ans Wasser gelaufen, hier gibt es die längste Fuß-und Radfahrerbrücke Europas. Die hätten wir auch genommen, wenn nicht für den nächsten Tag Sturmwarnung und Dauerregen angesagt wäre. Irgendwie haben wir hier kein Glück, immer wenn wir über eine interessante Brücke fahren könnten, gibt es Wetterwarnungen, sodass wir den Zug nehmen müssen.

Aber für einen kleinen Gang auf die Brücke hat es dann wenigstens gereicht und Thomas konnte wiedermal alles untersuchen. Gut, der Holzbelag hat Thomas kritische Seite aktiviert, aber sonst schien er zufrieden zu sein. So richtig können sie es ihm mit dem Brückenbau aber auch nicht recht machen.

Da die Wolken nichts Gutes versprachen, haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Auch die Leute aus dem Ort waren eher zu Hause oder in Gaststätten.

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